China-Smartphones

Import, Fallstricke und Vergleich

Egal ob Xiaomi, Oppo oder OnePlus – chinesische Hersteller sammeln unter Smartphone-Nutzer immer mehr Fans. Was vor allem am hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis der Geräte liegt. Doch welche China-Smartphones sind empfehlenswert? Wo gibt es die Geräte hierzulande zu kaufen? Und was ist beim Import eines China-Smartphones zu beachten? Netzwelt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Smartphones aus China wurden lange Zeit belächelt oder als billige iPhone-Kopien beschimpft. Inzwischen hat sich das Bild gewandelt. Zunehmend interessieren sich mehr und mehr Smartphone-Nutzer für die Geräte von Herstellern wie Elephone, Xiaomi und OnePlus. Bieten diese doch oftmals dieselben Features wie die Geräte von Apple, Samsung und Co kosten aber nur die Hälfte. Doch beim Kauf eines China-Smartphones gilt es einiges zu beachten.

Chinesische Hersteller im Überblick

Bei den chinesischen Herstellern muss man zunächst zwischen weltweit agierenden Unternehmen und lokalen Herstellern, die rein für den chinesischen Markt produzieren unterscheiden. Spricht man von China-Smartphones meinen Nutzer häufig lokale Marken. Sie bieten günstige Geräte mit guter Ausstattung auf dem chinesischen Markt an. Der Nachteil: In Deutschland sind diese Geräte nur über den Importhandel erhältlich. Einen Kundendienst, Garantie oder Updates gibt es in diesem Fall meist nicht. Anders ist dies bei weltweit agierenden chinesischen Unternehmen, dafür sind diese meist aber auch nicht ganz so günstig. Netzwelt stellt euch nachfolgend die wichtigsten chinesischen Hersteller und ihre Vertriebsstruktur vor.

In Deutschland aktive Hersteller

Alcatel (TCL): Der einstige französische Handyhersteller ist mittlerweile eine Marke des chinesischen Konzerns TCL. Die Alcatel OneTouch-Smartphones werden in China entwickelt und produziert, aber weltweit verkauft. Neben günstigen Einsteiger-Smartphones bietet Alcatel auch höherpreisige Geräte wie das Idol 4S an.

Coolpad: Erst seit Januar 2016 ist Coolpad in Deutschland aktiv. Der chinesische Hersteller attackiert mit seinen Geräten vor allem das Preissegment bis 200 Euro. Interessant: Knapp 29 Prozent der Coolpad-Aktien sind im Besitz des Mitbewerbers LeEco.

Längst ein Global Player auf dem Smartphone-Markt: der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei.
Längst ein Global Player auf dem Smartphone-Markt: der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei. (Quelle: Twitter/HuaweiDevices)

Huawei: Der Telekommunikationsriese Huawei ist seit knapp fünf Jahren in Deutschland unter eigenem Namen aktiv. Die Smartphones und Tablet-PCs von Huawei könnt ihr hierzulande im freien Handel, online oder auch über diverse Mobilfunkanbieter erwerben. Die aktuellen Spitzenmodelle sind das Huawei Mate 8 und das Huawei P9 Plus.

Honor: Neben Huawei-Smartphones gibt es mittlerweile in Deutschland auch Honor-Geräte zu kaufen. Honor ist ein Tochterunternehmen von Huawei und konzentriert sich vornehmlich auf Geräte im Preissegment bis 300 Euro. Überwiegend vertreibt der Hersteller seine Produkte über den Online-Handel, vereinzelt gibt es Honor-Smartphones aber auch im stationären Handel zu kaufen. Die aktuellen Top-Modelle von Honor sind das Honor 5X und das Honor 5C.

Lenovo: Nach dem Zukauf von Motorola will sich Lenovo unter den Top 3 der Smartphone-Hersteller der Welt etablieren. Daher plant das Unternehmen nun, seine Geräte weltweit zu verkaufen. Bislang waren Lenovo-Smartphones vornehmlich in den USA und in Asien erhältlich. Nun sollen auch hierzulande neben den bereits bekannten Motorola-Geräten auch Lenovo-Handys verkauft werden.

OnePlus machte chinesische Smartphones hierzulande populär.
OnePlus machte chinesische Smartphones hierzulande populär. (Quelle: netzwelt)

Oppo: Im Gegensatz zu Huawei oder Lenovo ist Oppo ein noch recht junger Hersteller. Das Unternehmen wurde erst 2004 gegründet, sorgte aber schnell mit seinen innovativen Produkten für Aufsehen. So bot etwa das Oppo N1 eine drehbare Kamera. In Deutschland könnt ihr Oppo-Smartphones mittlerweile über Amazon kaufen. Aktuell vertreibt das Unternehmen hier etwa das Selfie-Smartphone Oppo F1 Plus.

OnePlus: Noch jünger als Oppo ist das Startup OnePlus, das sich aus ehemaligen Oppo-Mitarbeitern rekrutiert. Der Hersteller vertreibt seine Smartphones rein über den eigenen Online-Shop und liefert hier auch nach Deutschland. Das aktuelle Top-Modell ist das OnePlus 3.

Bislang noch eher ein Geheimtipp: die Geräte des Herstellers ZUK.
Bislang noch eher ein Geheimtipp: die Geräte des Herstellers ZUK.

ZTE: Wie Huawei ist auch ZTE kein reiner Handyhersteller, sondern zugleich auch Netzwerkausrüster. In Deutschland ist das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren unter eigenem Namen aktiv. Zuvor fungierte ZTE als Auftragshersteller – unter anderem für Base. ZTE-Smartphones gibt es im Online- als auch im stationären Handel zu kaufen. Das aktuelle Top-Modell ist das ZTE Axon Elite.

ZUK: Der Hersteller ZUK wurde erste 2015 gegründet und ist ein Tochterunternehmen von Lenovo. ZUK-Smartphones sind via Amazon und den Hersteller eigenen Webshop weltweit erhältlich. Die aktuellen Spitzenmodelle sind das ZUK Z1 und das ZUK Z2.

In Deutschland NICHT aktive Hersteller

Elephone: Markenzeichen des 2006 gegründeten Unternehmens ist eine hohe Akkukapazität. Geräte mit 4.000- oder über 5.000-Milliamperestunden-Akku sind bei Elephone keine Seltenheit. Das Unternehmen ist offiziell nicht in Deutschland aktiv, verkauft aber seine Geräte zum Beispiel in Spanien, was den Import vereinfacht.

LeEco (ehemals LeTv ): LeEco ist eine der größten Online-Videoanbieter in China. Das Unternehmen versucht zunehmend, um seine Dienste ein Ökosystem zu stricken. Dazu gehören neben Smart-TVs, Connected Cars auch Smartphones – wie etwa das aktuelle Top-Modell LeTv Max Pro.

Meizu: Das chinesische Unternehmen Meizu ist hierzulande nicht aktiv, dafür aber in diversen europäischen Ländern wie Spanien oder Frankreich. Über den europäischen Online-Handel lassen sich die Geräte also relativ einfach nach Deutschland ordern.

Die Smartphones des chinesischen Herstellers Xiaomi sind hierzulande nur über den Importhandel erhältlich.
Die Smartphones des chinesischen Herstellers Xiaomi sind hierzulande nur über den Importhandel erhältlich. (Quelle: netzwelt)

Vivo: Ob mit dem nur 4,75 Millimeter dicken Vivo X5 Max oder dem ersten 6-Gigabyte-Smartphone Vivo Xplay 5 Elite – das 2009 gegründete Unternehmen machte in den vergangenen Jahren mit ausgefallenen Produkten auf sich aufmerksam. Leider sind diese hierzulande nur über den Importhandel zu beziehen.

Xiaomi: Xiaomi betreibt hierzulande zwar einen Online-Shop. Über diesen können Nutzer jedoch keine Xiaomi-Smartphones kaufen, sondern nur Zubehör. Wer sich ein Xiaomi-Smartphone wie das Xiaomi Redmi 3 oder das aktuelle Top-Modell Xiaomi Mi5 zulegen möchte, dem bleibt nur der Import aus Asien.

China-Smartphones importieren: So geht’s

Ihr wollt euch ein Smartphone aus China importieren? Doch wie geht das? Der einfachste Weg führt sicher über die bekannten Online-Händler Amazon und eBay. Im Amazon Marketplace sowie auf eBay bieten diverse Händler China-Smartphones an. Vorteil: Die Geräte sind in der Regel bereits importiert und werden aus Deutschland versandt, um Zoll und Co müsst ihr euch nicht kümmern. Nachteil: Diese Zwischenhändler verlangen zumeist einen kräftigen Preisaufschlag – schließlich haben sie euch den Importaufwand abgenommen.

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Eine Alternative sind Online-Shops aus dem Reich der Mitte. Doch nicht alle Händler sind seriös. Nachfolgend stellen wir euch zwei Webshops vor, mit denen die Redaktion bislang gute Erfahrungen gemacht hat:

  • GearBeast.com: GearBeast ist ein Onlinehändler mit einem breit gefächerten Angebot. Neben Smartphones erhaltet ihr beim Unternehmen auch Smartwatches, ferngesteuerte Autos und Co. GearBeast unterhält fünf Lagerhäuser auf der Welt. Eines davon befindet sich auch in Europa. Wenn ihr über dieses ordert, zahlt ihr keine Steuern oder Zollgebühren.
  • Oppomart.com: Oppomart hat nichts mit dem Handyhersteller Oppo gemein. Die Webseite bietet Smartphones diverser chinesischer Hersteller an. Neben Xiaomi findet ihr hier auch Produkte von Honor, Huawei, ZTE, Meizu und Oppo. Über die Option „EU Expedited Shipping“ sollen europäische Käufer um Steuern und Einfuhrgebühren herumkommen.

Worauf gilt es beim Import zu achten? Nachfolgend findet ihr die wichtigsten Dinge, die ihr beim Kauf eines China-Smartphones beachten solltet:

  • SIM-Lock: Wichtig ist zu prüfen, dass das Gerät über keinen Net- oder SIM-Lock verfügt. Fragt hier im Zweifel den Anbietern an, ob es sich um ein freies Gerät ohne Branding handelt. Andernfalls könnt ihr es nicht mit euer deutschen SIM-Karte nutzen.
  • Bänder & Frequenzen: Stellt vorab sicher, dass das Smartphone mit dem deutschen Mobilfunknetz kompatibel ist. Vor allem, wenn ihr LTE nutzen wollt, solltet ihr auf die unterstützten Bänder achten.
  • Menüsprache: Fragt beim Händler an, ob das Gerät mit deutscher oder zumindest englischer Sprache ausgeliefert wird.
  • Google Play: Nicht auf allen China-Smartphones ist Google Play vorinstalliert, stattdessen müssen die Google-Apps umständlich nachinstalliert werden. Einige Online-Händler nehmen euch diesen Schritt ab.

Bestenliste: China-Smartphones im Vergleich

Nachfolgend findet ihr alle von netzwelt getesteten Smartphones chinesischer Hersteller. Mit einem Klick auf das jeweilige Produkt gelangt ihr zum ausführlichen Testbericht.

China-Smartphone – FAQ: Antworten auf die häufigsten Fragen

„Wie hoch fallen Steuern und Zollgebühren für den Import eines China-Smartphones aus? „

„Warensendungen aus China sind bis zu einem Warenwert von 22 Euro zollfrei. Übersteigt der Wert der Sendung diesen Betrag, wird aktuell eine Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent fällig. Vorsicht: Als Warenwert gilt nicht der Preis, den ihr für das Smartphone gezahlt habt, sondern der Rechnungsbetrag. In dem Warenwert fließen also auch noch mitunter Lieferkosten, etc. mit ein.“

„Kann der Zoll die Einfuhr meines China-Smartphones unterbinden?“

„Ja. Allerdings nur, wenn es sich um eine Fälschung eines Markenproduktes handelt oder das Produkt kein CE-Kennzeichen aufweist.“

das original erschien hier: https://www.netzwelt.de/smartphone/china-smartphones-muesst-kauf-beachten.html
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