Honor 6X im Kurztest: Preisbrecher mit Dual-Kamera

Hersteller enthüllt Honor 5X-Nachfolger auf CES

 

Das Honor 5X bot mit Full HD-Display, Fingerabdruckscanner und Metallgehäuse bereits viel für wenig Geld. Beim Nachfolger Honor 6X packt der chinesische Hersteller noch einen drauf. Für 249 Euro bietet das Honor 6X alle Features des Vorgängers und zusätzliche eine Dual-Kamera wie das iPhone 7 Plus. Lohnt sich der Kauf? Ein Kurztest.

Jetzt ist es offiziell. Das Honor 6X kommt nach Deutschland. Auf der CES 2017 hat der chinesische Hersteller die internationale Version des 249-Euro-Smartphones vorgestellt. Highlight des Honor 5X-Nachfolgers ist eine Dual-Kamera, wie sie zum Beispiel auch das iPhone 7 Plus bietet. Lohnt sich der Kauf? Werfen wir gemeinsam einen ersten Blick auf das Honor 6X.

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Design und Verarbeitung

Optisch erinnert das Honor 6X mit den zwei übereinander angeordneten Kameralinsen und dem Fingerabdruckscanner auf der Rückseite an Huaweis neues Spitzenmodell Mate 9. Kein Wunder, dass der chineissche Hersteller bereits überlegt hat das Gerät hierzulande als Mate 9 Lite zu vermarkten. Der Plan wurde allerdings verworfen. Das Metallgehäuse des Honor 6X macht im Kurztest einen wertigen Eindruck, und auf den ersten Blick ist kaum ein Unterschied zu teureren Geräten wie Apples iPhone oder dem besagten Mate 9 festzustellen. Spaltmaße? Fehlanzeige!

Nur wer ganz genau hinsieht, wird Unterschiede feststellen: Das Gehäuse des Honor 6X besteht zwar größtenteils aus Metall, aber es handelt sich nicht um ein Vollmetallgehäuse wie ihr es etwa aus der HTC One-Serie kennt. Oben und unten, wo beim Smartphone die Antennen sitzen, durchziehen Plastikelemente das Metall. Dies soll die Empfangsleistung steigern. Diese Lösung ist in der Produktion zudem günstiger als die eingearbeiteten Antennenstreifen, die zum Beispiel Apple oder HTC nutzen. Nur so kann Honor das 6X zum „Kampfpreis“ anbieten.

Honor 6X im Kurztest

Das Honor 6X wird erst im zweiten Quartal ein Update auf Android 7.0 Nougat erhalten. (Quelle: netzwelt)

Mit einer Bilddiagonale von 5,5 Zoll ist das Honor 6X zwar bereits ein Phablet, dennoch halten sich die Gehäuseabmessungen in Grenzen. Mit den Abmessungen 150,9 x 76,2 x 8,2 Millimetern und einem Gewicht von 162 Gramm ist das Smartphone deutlich kleiner und leichter als etwa das iPhone 7 Plus. Wer das Moto Z Play oder das OnePlus 3T kennt, weiß in etwa wie das Honor 6X in der Hand liegt.

Erhältlich ist das Honor 6X in den Farben Grau, Silber und Gold.

Ausstattung und Performance

Der Bildschirm macht im Kurztest einen guten Eindruck. Die Anzeige ist vergleichsweise hell. Mit einer Größe von 5,5 Zoll und Full HD-Auflösung, bleiben die Eckdaten jedoch gegenüber dem Honor 5X unverändert.

Dafür hat Honor jedoch das Herzstück seines Budget-Smartphones ausgetauscht. Als Prozessor fungiert diesmal kein Chip des US-Herstellers Qualcomm, sondern der Octa-Core-Prozessor Kirin 655, der Huawei-Tochter HiSilicon. Es handelt sich hierbei um eine übertaktete Version des Kirin 650, der bereits im Huawei P9 Lite und Honor 5C zum Einsatz kommt. Hier sorgt er für eine ausgesprochene flüssige Performance, die man sonst nur von Geräten einer Preisklasse darüber kennt. Nicht zuletzt weil ihm auch satte drei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen – in dieser Preisklasse noch eine absolute Seltenheit.

Ebenso wie der 32 Gigabyte große Gerätespeicher. In der Regel werden Smartphones in diesem Preissegment noch mit nur 16 Gigabyte Gerätespeicher ausgeliefert. Im Laufe des Jahres soll noch eine Premium-Version mit 64 Gigabyte Gerätespeicher folgen. Für diese werden dann 299 Euro fällig. Bei Bedarf lässt sich der Speicher per microSD-Karte noch erweitern. Dann müsst ihr jedoch auf die Möglichkeit verzichten, eine zweite SIM-Karte in das Smartphone einlegen zu können. Apropos SIM-Karte. Das Honor 6X benötigt bereits die neue kleine Nano-SIM-Karte. Wer eine ältere größere SIM-Karte besitzt, muss diese zuschneiden.

Die Ausstattung ist insgesamt gesehen sehr ordentlich. Dennoch müsst ihr auf ein paar Sachen verzichten: einen NFC-Chip zur schnellen Verbindung mit externen Geräten oder für Bezahlvorgänge bietet das Honor 6X nicht, ebenso wenig werden 5-Gigahertz-Funknetzwerke unterstützt. Auch und das dürfte vor allem Pokémon-Fans schmerzen fehlt ein Gyroskop, das für den AR-Modus von Pokémon Go benötigt wird.

Ein weiteres Manko: Ab Werk läuft das Honor 6X noch mit Android 6.0 Marshmallow und der älteren Huawei-Nutzeroberfläche EMUI 4.1. Immerhin bereits in wenigen Monaten soll ein Update auf Android 7.0 Nougat erfolgen.

Akkulaufzeit

Strom bezieht das Honor 6X aus einem 3.340-Milliamperestunden-Akku. Dieser soll sehr ausdauernd sein. Bis zu 11,5 Stunden Videobetrieb, 70 Stunden Musik abspielen oder 8 Stunden Gaming mit einer Akkuladung, verspricht Honor. In Tagen ausgedrückt, soll der Akku 2,15 Tage bei moderater und anderthalb Tage bei intensiver Nutzung durchhalten. Werte, die sich nicht auf der CES, sondern erst in einem ausführlichen Test überprüfen lassen. Sie klingen aber realistisch.

Ihr müsst euch jedoch darauf einstellen, dass das Honor 6X, wenn es einmal leer ist, längere Zeit an der Steckdose verweilen muss. Zwar führt Honor eine Schnellladtechnik für das 6X an, macht jedoch keine Angaben zur Geschwindigkeit. Und große Hoffnungen auf schnelles Aufladen solltet ihr euch nicht machen. Beim P9 Lite lud der Akku nur quälend langsam. Über eine mit Qualcomms Quick Charge vergleichbare Technik verfügt derzeit nur der im Mate 9 eingesetzte Chip Kirin 960.

Kamera

Kommen wir nun zur bereits mehrfach erwähnten Dual-Kamera. Sie ist das Highlight des Budget-Smartphones. Schließlich ist das Feature sonst nur hochpreisigen Smartphones vorbehalten. Nun hält es auch im unteren Preissegment Einzug. Die Dual-Kamera des Honor 6X unterscheidet sich jedoch in Aufbau und Funktion von den Varianten, die ihr etwa im Huawei P9 oder im iPhone 7 Plus findet.

So schießt das Honor 6X Fotos mit einer maximalen Auflösung von 12 Megapixeln. Die zweite Kamera löst nur mit zwei Megapixeln auf und dient lediglich zum Erfassen von Tiefeninformationen. Mit diesen lässt sich ein Bokeh-Effekt realisieren, jedoch kein Zoom wie in das Huawei Mate 9 oder das iPhone 7 Plus bieten. Die Kamera des Honor 6X ist daher eher mit der des HTC One (M8) vergleichbar.

Qualitativ hauten uns die mit dem Honor 6X gemachten Potraitaufnahmen nicht vom Hocker. Die Dual-Cam kommt dem ersten Eindruck nach nicht an die des iPhones heran. Wirklich beurteilen lässt sich die Bildqualität aber erst nach einem ausführlichen Test.

Smartphones mit Dual-Kamera

Das Honor 6 Plus aus dem Jahr 2014 war weltweit eines der ersten Smartphones mit Dual-Kamera. (Quelle: Huawei)

Als Kamerasensor verwendet Honor übrigens der Sony-Chip IMX386, der Objekte binnen 0,3 Sekunden fokussieren soll. Größere Pixel (1,25 Mikrometer) auf dem Sensor sollen wie beim Huawei Nova für bessere Fotos bei Dunkelheit und Dämmerung sorgen. Für Selfies steht eine 8-Megapixel-Frontkamera bereit.

Preis und Verfügbarkeit

Das Honor 6X ist seit Anfang Januar für 249 Euro in Deutschland im Handel erhältlich. Am Ende des Textes findet ihr aktuelle Angebote für das Honor 6X.

Fazit

Honor ist dem ersten Eindruck nach wieder ein absoluter Preisbrecher gelungen. Für 249 Euro erhaltet ihr ein gut verarbeitetes, flottes Smartphone mit reichlich Speicher und Features aus höherpreisigen Geräten wie einen Fingerabdruckscanner. Die Dual-Kamera ist aber dem ersten Eindruck nach mehr Gimmick als Mehrwert. Stattdessen hätten wir uns lieber eine Quick Charge-Funktion gewünscht. Dennoch für unter 250 Euro werdet ihr aktuell kaum ein besseres Smartphone als das Honor 6X finden.

 

Der Artikel erschien im Original hier
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