Dual Channel Modus für DDR, DDR2 und DDR3

Was sind Dual Channel, Single Channel und Flex Mode? Und welche Bedingungen sind notwendig, um diese zu nutzen?

Diese Frage stellen sich wie bei jedem neuen Windows Release die Anwender. Hier gehen wir der Sache nach

Vereinfacht gesagt, verdoppelt eine Dual Channel Konfiguration im Vergleich zum Single Channel Modus die theoretische Datentransferrate Ihres Systems. Dies geschieht durch das Bündeln eines passenden Modulpaares in Verbindung mit einem parallelen Speicherzugriff auf die beiden Speicherkanäle.

Im Folgenden erklären wir, unter welchen Voraussetzungen und Konfigurationen der Dual Channel Modus möglich ist. Zunächst beleuchten wir den Dual Channel Modus der Chipsätze für DDR1 DRAM wie z.B. Intel i865, i875, den in die AMD-CPU integrierten Northbridge usw. (Dual Channel bei symmetrischer Bestückung).

Im Laufe der Entwicklung wurden der Dual Channel Modus verbessert und die Anforderungen an die Speichermodule auch modifiziert. So bieten neuere Chipsätze für DDR2 Arbeitsspeicher erweiterte Möglichkeiten für DDR2 und DDR3 Systeme wie den Dual Channel (Interleaved) Modus oder den Flex Mode.

Übersicht Arbeitsspeicher-Konfigurationen:
•Dual Channel bei symmetrischer Bestückung (2 oder 4 DIMMs)
•Dual Channel (Interleaved) Modus (2, 3 oder 4 DIMMs)
•Single Channel (Asymmetric) Modus
•Flex Mode

Dual Channel Modus bei symmetrischer Bestückung – zwei oder vier DIMMs

Der Dual Channel Modus wird vom System für den jeweiligen Speicherkanal einzeln aktiviert, wenn Sie 2 identische DIMMs folgendermaßen einsetzen:

Dual Channel Modus Abb. 1

dual-channel2

Voraussetzungen für einen Dual Channel Modus

•Paarweise Verteilung der DIMMs in jedem der Speicherkanäle (Modulpaar)
•Identische Modulkapazität des Modulpaares (128MB, 256MB, 512MB, 1GB, etc.)
•Identische DRAM Technologie des Modulpaares (128Mb, 256Mb, 512Mb oder 1Gb)
•Identische DRAM Busbreite der auf dem Modulpaar verwendeten DRAMs (x8 or x16)
•Beide Module entweder nur single-sided (1 Rank) oder nur dual-sided (2 Rank)
•Spiegelbildliche Bestückung der Memoryslots

Hinweis: Konfigurationen, die nicht diese Voraussetzungen erfüllen, arbeiten automatisch im Single Channel Modus.
Die Geschwindigkeit des Bustaktes und des Speicherzugriffs für den gesamten Arbeitsspeicher wird vom langsamsten im System eingebauten DIMM vorgegeben.

Folgende Bedingungen innerhalb eines Modulpaares müssen nicht erfüllt sein:
•Gleicher Hersteller des Moduls, oder der DRAM-Bausteine
•Identisches Timing, Zugriffszeiten usw.
•Gleiche Geschwindigkeitsklasse der DDR-Module (PC2100, PC2700 oder PC3200)

Dual Channel (Interleaved) Modus

Der Dual Channel (Interleaved) Modus bietet die höchste Performance. Er wird aktiviert, wenn die jeweilige Gesamtkapazität der eingebauten Speichermodule in beiden Kanälen identisch ist. Geschwindigkeit und DRAM-Organisation der Module kann unterschiedlich sein. Die Geschwindigkeit des Bustaktes und des Speicherzugriffs für den gesamten Arbeitsspeicher wird vom langsamsten im System eingebauten DIMM vorgegeben. Wichtig ist, dass die Gesamtkapazität in Kanal A und B identisch ist. Dies kann mit 2, 3 oder 4 DIMMs erreicht werden.

Dual Channel (Interleaved) Modus Konfiguration mit zwei DIMMs

dual-channel_interleaved2
dual-channel_interleaved2 Dual Channel (Interleaved) Modus Konfiguration mit drei DIMMs
dual-channel_interleaved3

dual-channel_interleaved3

Dual Channel (Interleaved) Modus Konfiguration mit vier DIMMs

dual-channel_interleaved4
dual-channel_interleaved4Voraussetzungen für einen Dual Channel Modus
•Verteilung der DIMMs auf beide Speicherkanäle
•Identische Gesamtkapazität in jedem Speicherkanal (256MB, 512MB, 1GB, etc.)
•Spiegelbildliche Bestückung der Memoryslots

Hinweis: Konfigurationen, die nicht diese Voraussetzungen erfüllen, arbeiten automatisch im Single Channel Modus.

Folgende Bedingungen innerhalb eines Modulpaares müssen nicht erfüllt sein:
•Gleicher Hersteller des Moduls, oder der DRAM-Bausteine
•Identische DRAM Technologie des Modulpaares (128Mb, 256Mb, 512Mb oder 1Gb)
•Identische DRAM Busbreite der auf dem Modulpaar verwendeten DRAMs (x8 or x16)
•Beide Module entweder nur single-sided (1 Rank) oder nur dual-sided (2 Rank)
•Identische Timing, Zugriffzeiten usw.
•Gleiche Geschwindigkeitsklasse der DDR2-Module (PC2-3200, PC2-4300, PC2-5300 usw.)

Hinweis: Die Geschwindigkeit des Bustaktes und des Speicherzugriffs für den gesamten Arbeitsspeicher wird vom langsamsten im System eingebauten DIMM vorgegeben.

Single Channel (Asymmetric) Modus

Der Single Modus wird aktiviert, wenn die jeweilige Gesamtkapazität der eingebauten Speichermodule in beiden Kanälen unterschiedlich ist. Die Geschwindigkeit des Bustaktes und des Speicherzugriffs für den gesamten Arbeitsspeicher wird vom langsamsten im System eingebauten DIMM vorgegeben.

Single Channel (Asymmetric) Modus Konfiguration mit einem DIMM

single-channel1

single-channel1Single Channel (Asymmetric) Modus Konfiguration mit drei DIMMs

single-channel3

single-channel3

Dual Channel (Flex Mode)

Diese neue zusätzliche Technologie bietet die höchste Flexibilität bei der Bestückung von Speichermodulen. Sie hebt sozusagen fast alle bisherigen Beschränkungen und Anforderungen an die Speichermodule auf. Der Dual Channel Modus funktioniert auch beim Einsatz von nur 2, 3 oder 4 DIMMs mit unterschiedlicher Gesamtkapazität in den Speicherkanälen.

Es wird die größte in beiden Speicherkanälen vorhandene Kapazität im Dual Channel Modus betrieben.
Zusätzlich wird der im Dual Channel Modus betriebene Adressbereich in den untersten, vom Betriebssystem zuerst und am häufigsten genutzen Bereich gemappt. Der restliche Arbeitsspeicher wird im Single Channel Modus betrieben.

Dual Channel (Flex Mode) Konfiguration mit zwei DIMMs

dual-channel-flexmode

dual-channel-flexmodeVoraussetzungen für den Flex Mode
•Mindestens ein DIMM in jedem Speicherkanal
•Spiegelbildliche Bestückung der Memoryslots

Folgende Bedingungen müssen nicht erfüllt sein:
•Gleicher Hersteller des Moduls, oder der DRAM-Bausteine
•Identische Gesamtkapazität in jedem Speicherkanal (256MB, 512MB, 1GB, etc.)
•Identische DRAM Technologie des Modulpaares (128Mb, 256Mb, 512Mb oder 1Gb)
•Identische DRAM Busbreite der auf dem Modulpaar verwendeten DRAMs (x8 or x16)
•Beide Module entweder nur single-sided (1 Rank) oder nur dual-sided (2 Rank)
•Identisches Timing, Zugriffzeiten usw.
•Gleiche Geschwindigkeitsklasse der DDR2-Module (PC2-3200, PC2-4300, PC2-5300 usw.)

Hinweis: Die Geschwindigkeit des Bustaktes und des Speicherzugriffs für den gesamten Arbeitsspeicher wird vom langsamsten im System eingebauten DIMM vorgegeben.

Hier gehts zum Original Artikel:

© CompuRAM, 2013

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s