Du willst deinen digitalen Fußabdruck reduzieren? Mit diesen Tipps klappt’s

Ob beim Surfen, Einkaufen oder Netzwerken im Netz: Jeder von uns hinterlässt einen digitalen Fußabdruck. Gerade bei Bewerbungen kann der aber für böse Überraschungen sorgen. Wie du deine Spuren im Netz nachhaltig reduzierst, zeigen dir die folgenden Tipps.

Du willst deinen digitalen Fußabdruck reduzieren? Mit diesen Tipps klappt’s
(Foto: Shutterstock)
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Digitaler Fußabdruck: Böse Überraschungen vermeiden

Es ist kein Geheimnis, dass wir im Netz haufenweise Spuren unserer eigenen Identität hinterlassen. Kein Wunder, lassen uns die Netzkonzerne und Online-Dienste mit ihrer Datensammelwut doch kaum eine andere Wahl. Ob über Facebook, bei Google oder Amazon: Nie war es leichter, sich mit wenigen Klicks ein schlüssiges Mosaik unserer Person zu erstellen.

Nun ist es ja so, dass wir uns per se nicht mit allem wohlfühlen, was über uns im Netz nachzulesen ist – und insbesondere Personaler machen sich diese Lücke gerne zu Nutze, um Bewerber noch vor der Einladung zum Vorstellungsgespräch auf Herz und Nieren zu prüfen. Sieht der Bewerber wirklich so aus, wie er auf dem Foto vorgibt? Wurde bei der Angabe von Hobbys getrickst? Welche politischen Ansichten hat der Bewerber? Wie gibt er sich in der Freizeit? Stichwort: Urlaubs- und Partyfotos.

Damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt, ist die Pflege und Kontrolle über die eigene Onlinepräsenz wichtig. Zwar ist eine vollständige Beseitigung des digitalen Fußabdrucks eine Utopie, nit den folgenden Maßnahmen aber sorgst du dafür, dass deine Bewerbung guten Gewissens auf dem Tisch von Personalentscheidern landen kann.

1. Google dich selbst, verschaff dir einen Überblick

Um zu erfahren, wie groß der eigene digitale Fußabdruck überhaupt ist, solltest du dich zuallererst mal selbst googeln. So wird zumindest ein Großteil der Websites und Nutzerkonten zu Tage gefördert, auf denen du ein öffentliches Profil erhältst.

Vergiss nicht, auch die Bildersuche mit deinem Namen zu durchpflügen. Für eine detaillierte Analyse empfehlen wir, zusätzlich den Artikel „Digitaler Fußabdruck: 6 Links, die zeigen wie Google dich sieht“ zu lesen. Mit den gesammelten Erkenntnissen, machst du dich jetzt an die Arbeit.

2. Prüf die Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken

Wer seine Aktivitäten bei Facebook oder sogar den Wunschzettel bei Amazon uneingeschränkt preisgibt, macht sich für Personaler zu einem gefundenen Fressen. Nie war es leichter, an Fotos und intime Details aus dem Privatleben eines Bewerbers zu kommen. Der einfachste Weg, ein Stück Kontrolle über den digitalen Fußabdruck zurückzuerlangen, ist daher, zunächst die Privatsphäre-Einstellungen bestehender Nutzerkonten auf links zu drehen. Können meine Inhalte und Fotos nur Menschen sehen, denen ich auch 50 Euro leihen würde? Habe ich die Kontrolle darüber, wer mich in Postings erwähnen oder markieren darf?

Digitaler Fußabdruck: Als erstes solltest du deine Online-Dienste und sozialen Netzwerke einem Privatsphäre-Check unterziehen. (Screenshot: t3n)
Digitaler Fußabdruck: Als erstes solltest du deine Online-Dienste und sozialen Netzwerke einem Privatsphäre-Check unterziehen. (Screenshot: t3n)

Facebook beispielsweise bittet Nutzer mit dem „Privacy Checkup “ seit geraumer Zeit automatisch zur Kontrolle. Auch Google hat eine Funktion eingeführt, mit der du festlegen kannst, welche deiner Daten der Suchkonzern nicht sammeln soll. Auf Amazon solltest du sicherstellen, dass dein Wunschzettel auf „Privat“ gestellt ist und keine (peinlichen) Rezensionen mehr von dir einsehbar sind.

3. Lösch alle Online-Konten, die du nicht mehr brauchst

„Sorry, aber ein Nutzerkonto unter dieser E-Mail-Adresse existiert schon!“ Ganz bestimmt haben sich auch bei dir jede Menge Online-Dienste angesammelt, für die du dich irgendwann mal aus einer spontanen Laune heraus registriert hast. Die Spuren – und mit ihnen dein digitaler Fußabdruck – aber bleiben bis heute. Es empfiehlt sich also, nicht mehr benötige Konten restlos zu löschen.

Mit Justdeletme löschst du kinderleicht ungeliebte Online-Konten. (Screenshot: t3n)
Mit Justdeletme löschst du kinderleicht ungeliebte Online-Konten. (Screenshot: t3n)

Die Website Justdeletme hat sich dafür unter vielen Internetnutzern inzwischen bewährt. Sie zeigt dir für mehr als 200 Dienste an, ob eine Löschung deines Kontos möglich ist und führt dich in der Regel mit nur einem Klick zur Kündigungsseite. Wer es noch bequemer will und und bereit ist, etwas Kleingeld in die nachhaltige Löschung seines Digitalen Fußabdrucks zu investieren, kann auch einen Blick auf Dienste wie Abine  werfen.

4. Tausch Nutzernamen, Profilbilder und Adressen aus

Nicht immer ist eine unmittelbare Löschung möglich. Oft lassen sich veraltete Nutzerkonten nur deaktivieren. Das ist ärgerlich, keine Frage, trotzdem kannst du auch hier dafür sorgen, dass du als Person nicht länger mit einem bestimmten Dienst in Zusammenhang gebracht werden kannst.

Ändere in solchen Fällen zum Beispiel deinen Nutzernamen, tausch Profilbilder aus und entferne außerdem hinterlegte Adressen und Zahlungsdaten.

5. Erstell dir eine eigene E-Mail-Adresse fürs Netz

Du kannst deinen digitalen Fußabdruck noch so schön frisieren – wenn die auf deiner Bewerbungsmappe angegebene E-Mail-Adresse dieselbe ist, mit der du dich auch im Netz austobst, haben Personaler trotzdem leichtes Spiel. Nutz also immer zwei voneinander getrennte E-Mail-Adressen: eine für Bewerbungen und Privates und eine für alles andere im Netz.

6. Nutz das ShopCo-Plugin für den Einkauf im Internet

Shopco erlaubt dir, in jedem Onlineshop ohne Registrierung einzukaufen. (Screenshot: ShopCo)
ShopCo erlaubt dir, in jedem Onlineshop ohne Registrierung einzukaufen. (Screenshot: ShopCo)

Lösch auch alle Konten, die du für den Einkauf im Internet nutzt. Dieser Tipp mag übertrieben klingen, sofern du aber kein Powerseller bei eBay oder Amazon bist, kannst du mit dem Browser-Plugin von ShopCo zum einen deine Privatsphäre schützen und zum anderen auch das Einkaufserlebnis im Netz erheblich steigern.

Das Plugin ermöglicht es dir, in jedem Onlineshop ohne vorherige Registrierung und ohne Angabe sensibler Zahlungsdaten einzukaufen.

7. Nimm dein Recht auf Vergessen wahr

Manchmal hat man – etwa durch eine frühere Mitgliedschaft in Foren oder Communitys – öffentliche Einträge hinterlassen, die einem heute vielleicht peinlich sind, sich aber nicht eigenmächtig löschen lassen. Kontaktier in so einem Fall den Administrator und bitte freundlich, aber bestimmt um Löschung. Dazu gehören auch öffentlich einsehbare Nutzernamen und E-Mail-Adressen.

Lassen die Postings außerdem Rückschlüsse auf deine Person zu, besteht ebenfalls ein Löschungsanspruch. Das Recht auf Vergessen  hast du grundsätzlich übrigens auch, wenn du Suchergebnisse und Bilder zu deiner Person auf Google entfernen willst. Voraussetzung hierfür ist aber, dass deine Datenschutzrechte schwerer wiegen als das Interesse an der Verfügbarkeit der Suchergebnisse.

8. Surf anonym mit diesen Plugins

Das beliebte VPN-Tool ZenMate jetzt auch für den Desktop. (Screenshot: t3n)
Das beliebte VPN-Tool ZenMate tunnelt deinen Datenverkehr. (Screenshot: t3n)

Ungeachtet der Tatsache, dass es sich nicht unmittelbar um von Personalern einsehbare Daten handelt, ist das anonyme Surfen im Netz trotzdem ein probates Mittel, um den eigenen digitalen Fußabdruck so groß wie nötig, aber so klein wie möglich zu halten. Zum einen bieten fast alle Browser von Haus aus einen Inkognito-Modus, der in den Einstellungen aktiviert werden kann. Dadurch werden Suchanfragen, besuchte Websites und eingegebene Daten nicht gespeichert.

Zusätzlich hilft auch die Nutzung von Ghostery, das das Ad-Tracking verhindert. Um vollständig anonym zu surfen, solltest du zudem auf Plugins setzen, die den Datenverkehr im Internet anonymisieren und verschlüsseln. Bewährt haben sich hier zum Beispiel ZenMate aus Berlin oder Freedome von F-Secure – daneben gibt es auch Browser, die den Datenverkehr anonymisieren, beispielsweise von Avira oder dem .

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